Wünsdorf und seine Dorfkirche

Bodenfund belegen, dass zwischen den beiden Wünsdorfer  Seen schon während der Steinzeit die ersten Menschen siedelten.

Die Anfänge des Dorfes dürften anzusetzen sein, als Slawen zwischen 600 und 1000 hier ansässig waren.
Die kreisrunde slawische Dorfanlage, der so genannte „Rundling“, lässt die Annahme zu, dass der heutige Kirchplatz
der älteste Teil der Dorfanlage sein muss.

Wünsdorf entwickelte sich aus den nebeneinander bestehenden Dörfern Nächst-Wünsdorf (Rundling – heute Kirchplatz)
und Fern-Wünsdorf (Straßendorf – heute Adlershorststraße).

Die Zwillingsdörfer wurden im 14. und 15. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt.
Im 16. Jahrhundert werden sie pfarramtlich von Zossen aus versorgt. 1583 wird eine Pfarrkirche erwähnt.

Der erste uns bekannte Pfarrer von Wünsdorf hieß Andreas Hansche und wirkte während des 30jährigen Krieges
in den Jahren 1631-1639. Beide Dörfer haben durch den Krieg schwer gelitten.
Viele Häuser waren zerstört und gewiss auch die Kirche.
1662 erhält Nächst-Wünsdorf einen neue Fachwerkkirche, die sehr oft ausgebessert werden musste.
Sie kostete 143 Reichstaler, 21 Groschen und 1 Pfennig.
81 Jahre später musste die hölzerne Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Nur ein Jahr später, am vierten Advent 1744, wurde der Neubau eingeweiht.
Auch dieser Bau hielt nur 96 Jahre. Er wurde bei einem Großbrand am 21. Juni 1838,
welcher das ganze Dorf verwüstete, zerstört.

Der damalige Probst Straube bittet die königliche Regierung in Potsdam in einem Brief aus dem Jahre 1840
um einen Kirchenneubau:

„Das Dorf Wünsdorf, zu welchem die Dörfer Neuhof, Zehrensdorf und Jauchzenbrück (heute Lindenbrück) eingepfarrt sind, entbehrt nun schon seit länger als zwei Jahren die Kirche, welche im Sommer 1838 durch den Brand zerstört ward. Der Pfarrer der Gemeinde Herr Prediger Hanf in Zossen ist sehr betrübt darüber, dass die geistlich Erbauung der Gemeinde gar sehr hierdurch leidet…“

Der Grundstein der heutigen Kirche wurde am 13. Mai 1841 gelegt.
Die als klassizistischer Putzbau errichtete Kirche war 1843 fertig gestellt.
Das Aussehen der Kirche erinnert manchen an den berühmten Karl Friedrich Schinkel,
dessen Todesjahr zufällig das Jahr des Baubeginns der Dorfkirche ist.
Eine Verbindung zu Schinkel lässt sich nicht nachweisen. Sie könnte insofern bestehen, als er
– seit 1830 als Oberbaudirektor tätig – den Bauplan der Wünsdorfer Kirche gesehen und abgezeichnet hat.

   

Die Kirchhofmauer existiert seit 1858.
Bis 1945 wurde das Gelände als Friedhof genutzt.

Der Turm misst an seiner höchsten Stelle 26,66 m.

Deckenleuchter, Kanzel, Altar, Taufständer, Pult und
ein Teil der Bänke sind ursprünglich.

Das Kruzifix ist im Rahmen einer Generalreparatur
des Innenraums der Kirche 1938
aus der Berliner Klosterkirche hierher gekommen.

Das Prospekt der Orgel ist ursprünglich und stammt vom Orgelbauer Heise aus Potsdam. 1967 ist die Orgel durch die Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam wieder aufgebaut worden.

Das Ölgemälde des Christus mit Brot und Wein
stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
von dem Berliner Maler Carl Trepplin.

Die Wandleuchter und der siebenarmige Leuchter auf dem Altar sind aus den Jahren 1995 / 1997.

Turmuhr

Die Uhr hat ein mechanisches Uhrwerk mit Gewichten aus dem Jahr 1911 der Firma Georg Richter – Hoflieferant des Kaisers und Königs in Berlin.

Glocken                                                            

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die kleine aus Gussstahl (1923) heißt „Hosianna“
und hat den Schlagton c i s

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die mittlere aus Gussstahl (1923) heißt „Halleluja“
und hat den Schlagton a i s

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die große aus Klangstahl (1956) heißt „Kyrje eleison“
und hat den Schlagton f i s
Auf dem Mantel trägt sie figürlichen Schmuck,
unter anderem den richtenden Christus,
der auch auf dem Fresko in der Turmhalle zu sehen ist.

Denkmal im Turmraum

Drei Kreuze (Schriftgestaltung M. Grosser 1952)

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linkes Kreuz mit Namen von Gefallenen
aus dem 1. Weltkrieg

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großes Kreuz mit einem Zitat aus der Offenbarung (6,17)

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rechtes Kreuz mit Namen von Gefallenen
aus dem 2. Weltkrieg
 

Fresko Das letzte Gericht  (optische Predigt)
mit dem richtenden Christus (von Gerhard Olbrich 1953)
von links nach rechts sieht man als Totentanz:
junger Mann, Junge Frau, Krüppel, Mutter mit Kleinkind, Soldat, der Tod, Bäuerin, Bauer, Großmutter mit Enkel, Geschäftsmann, Pfarrer

   

Eine erläuternde Broschüre zu der optischen Predigt
sowie Bilderkacheln mit dem Motiv der Wünsdorfer Kirche
können Sie vor Ort käuflich erwerben.

 

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